Diskussionsforum Cantate ‘86

Freitag, 11. August 2006

Horizonte erweitern

Gespeichert unter: Chorreisen — Brigitte @ 0:15 Uhr

“Jeder sollte in seinem Leben mindestens drei Mal für längere Zeit ins Ausland gehen”, findet Joyce Campbell. “Einmal in der Kindheit, einmal nach der Schule und einmal als Erwachsener.” Joyce, pensionierte Grundschullehrerin, ist selbst viel herumgekommen in der Welt. Unter anderem hat sie eine zeitlang in Äthiopien unterrichtet, gerade bringt sie ukrainischen Einwanderern Englisch bei, als nächstes plant sie ein halbes Jahr Asien. Sie ist unsere Gastgeberin in Chattanooga, und was für eine! Mit an Telepathie grenzender Perfektion errät sie unsere Wünsche und Befindlichkeiten, sie kutschiert uns durch die Gegend und hört jedes einzelne unserer Konzerte an.

Die Gastfreundschaft ist überall unglaublich. Ich hatte vorher schon oft gehört, dass die Amerikaner freundlich sind und eher auf einen zugehen als, sagen wir mal, ein Westfale, habe das aber bislang für ein Klischee gehalten. In Chattanooga hat sich das positive Vorurteil bestätigt. Einmal sprechen mich zum Beispiel auf der Straße zwei Passanten an, die uns singen gehört hatten, einfach so. Wir unterhalten uns eine Weile über ihre deutsch-amerikanische Verwandtschaft (in diesem Fall ist es der Ur-Urgroßvater, der in die USA eingewandert war). Auch in den Geschäften sind die Verkäufer freundlicher, oder kommt mir das nur so vor? Joyce sagt übrigens, dass es durchaus regionale Unterschiede in der Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit gibt. Sie nimmt diese Frage zum Anlass, für uns verschiedene Dialekte des Amerikanischen zu imitieren, näselt etwas unterkühlt “Ra-di-a-tor” (Bosten, New York) und verwischt gekonnt ein paar Sätze à la Südstaaten.

Auch beim Gottesdienst in der Methodist Church werden wir überschwänglich begrüßt. “Herzlich willkommen”, sagt ein älterer Herr auf Deutsch, “ich bin froh, dass ihr hier seid.” Er fügt hinzu, dass er Kriegsgefangener war, in der Nähe von Leipzig. Was soll man dazu sagen? Er lobt unsere Musik, und ich sehe ihn auch abends im Konzert auf seinem Platz in der Kirchenbank sitzen. Jetzt erst fällt mir eine mögliche Antwort ein: “Gut, dass diese Zeiten vorbei sind und hoffentlich nie wieder kommen!” Da singt sich Mozarts “Dona nobis pacem” doch noch einmal mit einem anderen Hintergrund.

Abends sitzen wir oft im Wohnzimmer von Joyce und unterhalten uns über Ähnlichkeiten und Unterschiede der amerikanischen und deutschen Kultur. Ferientermine, Fernsehshows, Flora und Fauna - nichts ist vor diesem Vergleich sicher. “Do you have fireflies in Germany?”, fragt unsere Gastmutter bei dieser Gelegenheit. Wen? Achso: Glühwürmchen. “Klar”, sage ich, “hab schon mal eins gesehen, bei einer Nachtwanderung im Sauerland.” Sie grinst, löscht alle Lichter und zeigt aus dem Fenster. Ein traumhafter Anblick, denn ihr Magnolienbaum (der das Haus übrigens locker überragt), ist voll mit blinkenden Glühwürmchen. Ein bisschen sieht es aus wie Weihnachten.

Der “Choo Choo” ist das erste und einzige, was viele mit der Stadt Chattanooga verbinden, also fahren wir hin und finden einen putzigen alten Zug vor, der am stillgelegten Bahnhof sein Dasein als Touristenattraktion fristet. Heute ist hier eine Hotelkette, man kann in den Waggons übernachten. Auf einem Platz in der Innenstadt sind die Noten in den Boden eingelassen und erinnern an den berühmten Song “Pardon me, boy - is this the Chattanogga Choo Choo?” Ein Ohrwurm.

Einen originalen vierten Juli haben wir auch mitbekommen. In Chattanooga feiert man den Unabhängigkeitstag mit einem Freiluft-Konzert im Park. Sinfonische Musik, Picknick, Feuerwerk und Gasluftballons in den Nationalfarben - das ist schon was! Cantate 86 kriegt sogar eine extra-Begrüßung, wie auch im Stadion beim Baseballmatch der Lookouts. Das sind schöne Details, die gut in das Bild der Gastfreundschaft passen.

Viel zu schnell ist die Konzertreise vorbei. Schon steigen wir wieder in den gelben Schulbus, der uns zum Flughafen in Atlanta bringt, nicht ohne vorher noch einen Zwischenstopp im Coca-Cola-Museum gemacht zu haben. Wir sehen außerdem eine Gedenkstätte für den Bürgerrechtler Martin Luther King. Gegensätze…
Ich muss jedenfalls oft an Joyce denken, mit ihrer Forderung, jeden eine zeitlang ins Ausland zu schicken. Wahrscheinlich hat sie Recht, und die Welt sähe dann anders aus.
Schön, dass ich mitfahren durfte! Ich würde es jederzeit wieder tun! Und ich freue ich mich für alle, dass die Reise menschlich und musikalisch ein so großer Erfolg war.

Vielen Dank!

Brigitte

Donnerstag, 3. August 2006

Urlaub???

Gespeichert unter: Chorreisen — Lydia @ 18:43 Uhr

Also, ich weiß nicht, wie Ihr es empfunden habt, aber für mich waren diese Tage wie Urlaub! Obwohl - oder vielleicht sogar weil - wir so viel unterwegs waren und gar keine Zeit hatten uns zu langweilen, war diese Fahrt die pure Erholung für mich.

Ich habe die Amerikaner als äußerst freundliche und liebenswerte Personen erlebt und habe mich bei meiner Gastmutter richtig wohl gefühlt.

Die Konzerte haben super geklappt und das Publikum, das uns wirklich hören wollte (wie z.B. das bei unserem Abschlusskonzert), war wohl auch ganz zufrieden.

Ach, was red’ ich denn da, eigentlich wollte ich nur sagen, dass diese Fahrt so ziemlich das geilste war (sorry für diese Ausdrucksweise, aber so ist es nun mal), das ich je erlebt habe und ich freue mich, dass alles so super geklappt hat und wünsche mir das auch für weitere Aktionen!

Montag, 24. Juli 2006

Meine Eindrücke der Amerikafahrt

Gespeichert unter: Chorreisen — verena @ 13:10 Uhr

Die Amerikafahrt mit dem Chor war für mich eine ganz tolle Erfahrung und ich bin froh dass alles so gut funktioniert hat.
Für mich ist besonders die Gastfreundschaft aller amerikanischen Gastfamilien bemerkenswert.
Ich bin mir sicher, dass jeder aus dem Chor mit seiner Gastfamilie zufrieden war, was sich
natürlich auch an der Stimmung bemerkbar gemacht hat.
Ich finde es gut, dass wir in Gastfamilien untergebracht waren, weil man dadurch einen guten Einblick in das Leben einer amerikanischen Familie bekommen hat. Außerdem hatte man sich auf Grund der verschiedenen Gastfamilien immer viel zu erzählen.
Meine Austauschpartnerin hat mich letztes Jahr darum gebeten meine Eindrücke von
Amerika mit drei Wörtern zu beschreiben, meine Antwort lautete: “big, friendly and crazy.”
Diese Adjektive haben sich bei meinem zweiten Amerikaaufenthalt wieder bestätigt.

Mit “big” meine ich die überwältigende Größe die Amerika nicht nur flächenmäßig sondern in verschiedenenanderen Dingen, wie z.B. der großen Autos oder der großen Einkaufscenter, ausmacht. Das Wort “big” steht für mich aber auch im Zusammenhang mit negativen Seiten Amerikas, wie z.B.der großen Umweltverschmutzung, die die Amerikaner betreiben.
Als ich letztes Jahr da war ist es mir entweder nicht so richtig aufgefallen, oder ich habe es mir gar nicht so richtig bewußt gemacht, wie viel die Amerikaner eigentlich sinnlos wegschmeißen.
Ich fand es erschreckend zu sehen, dass fast immer unnötiger Weise von Plastikbesteck gegessen wurde, welches dann einfach weggeschmissen wurde.
Ich hab eine Familie erlebt, die sogar zu Hause von Plastiktellern gegessen hat!

Mit “friendly” meine ich die besonders liebenswürdige Art der Amerikaner miteinander umzugehen.
Ich habe mich in meiner Gastfamilie sehr wohl gefühlt und das lang zum großen Teil an der freundlichen Art meiner Gasteltern!Aber nicht nur meine Gasteltern sondern alle Amerikaner mit denen ich mich unterhalten habe waren sehr nett.
Ob dieses Freundlichkeit immer ganz ernst gemeint ist laß ich mal dahingestellet.
Trotzdem gefällt mir diese freundliche Art der Amerikaner sehr gut und ich fände es toll, wenn wir in Deutschland ähnlich miteinander umgehen würden.

Mit “crazy” meine ich die sympahtisch verrückte Art, die die meisten Amerikaner haben.
Ich kann diese Art jetzt leider an keinem konkreten Beispiel festmachen aber ich glaube,dass viele, die die Amerikaner “live” erlebt haben, wissen was ich meine.

Am meisten Spaß haben mir aber unsere Auftritte gemacht.
Ich fand es toll vor einem so anderen Publikum zu singen und ihre Reaktion zu den Stücken zu beobachten. Es hat mich gefreut wie positiv die Amerikaner unsere Stücke,besonders auch die deutschen, aufgenommen haben. Außerdem fand ich es total lieb als einige Amerikaner nach den Konzerten extra noch zu uns gekommen sind, um uns zu sagen wie toll sie es fanden.

Wie schon erwähnt war diese Fahrt etwas ganz besonderes und wir werden sie bestimmt alle noch ganz lange in Erinnerung behalten!!

Liebe Grüße, Verena

Dienstag, 11. Juli 2006

Chattanooga

Gespeichert unter: Chorreisen — annette @ 22:39 Uhr

Die bunte Mischung der Chattanooga-Mitfahrer hat mir sehr gut gefallen und Leben ins Spiel gebracht.

Montag, 10. Juli 2006

Cantate meets Chattanooga

Gespeichert unter: Chorreisen — admin @ 22:04 Uhr
Vom 27.06. bis 06.07. waren wir in Hamms Partnerstadt Chattanooga zu Besuch. Wir hatten eine tolle Zeit. Eure Kommentare?

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